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Kommende Veranstaltungen

Datum: 30.10.2026 - 01.11.2026 Termin exportieren
Elisabeth Ziemer
/ Kategorien: Ausblick

3 Tage voller Schönheit und Geschichte

Am 8. August 1742 gründete die Herrnhuter Brüdergemeine Niesky für böhmische Glaubensflüchtlinge. Sie war sozusagen eine Kolonie von Herrnhut, das Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700-1760) im Jahr 1722 gegründet hatte und dessen erster Bischof er war..
 
Niesky entstand auf dem Land des Rittergutes Trebus, das von seinem Besitzer und Mitglied der Gemeine, Siegmund August von Gersdorf (1702-1777) zur Verfügung gestellt wurde. Er, der bald Generalbaumeister der Brüdergemeine wurde, lieferte auch die Zeichnungen für den planmäßig angelegten Ort und seine Bauten, die, wie etwa das Bethaus, zum Vorbild für andere Gründungen der Brüdergemeine in aller Welt wurden. 
Eines der ersten Häuser, die in Niesky entstanden, ist das nach Johann Raschke benannte heutige Museum. Raschke und seine Familie waren Leineweber, er der erste Ortsvorsteher der Brüdergemeine.

Niesky ist aber auch wegen seiner ehemals weltweit agierenden Firma Christoph & Unmack ein historisch bedeutsamer Ort. 1882 taten sich Christian Ferdinand Christoph und Christian Rudolf Unmack zusammen, um zerlegbare Baracken - ein dänisches Patent - für die preußische Armee zu vertreiben, 1887 begannen sie einfache Holzhäuser zu bauen, ab 1900 produzierten sie schon Einfamilienhäuser aus Fertigteilen. Holzbaracken sorgten wieder im 1. Weltkrieg für gefüllte Auftragsbücher.
Die innovativste Zeit für Christoph & Unmack waren die 1920er Jahre. Das betriebseigene Architekturbüro arbeitete in dieser Zeit mit Scharoun, van de Velde, Poelzig bei besonderen Projekten zusammen und stellte 1926 - also vor genau 100 Jahren - den jungen jüdischen Architekten Konrad Wachsmann (1901-1980) ein. Der entwickelte neue Typenhäuser, von denen noch heute eine Vielzahl in Niesky stehen. Die Firma wurde zum bedeutendsten Holzhausanbieter in ganz Europa und verkaufte ihre nach Katalog bestellbaren Konstruktionen in alle Welt. Von Wachsmann selbst sind nur zwei Gebäude in Deutschland erhalten: das Sommerhaus von Einstein in Caputh und das Direktorenhaus in Niesky, das heutige Konrad-Wachsmann-Haus. 

Beide Museen werden wir besuchen.

Die Exkursion geht danach weiter ins Hirschberger Tal.

Der Verlegersohn und Buchhändler Alexander Duncker (1813-1897) liess in seinem grossen Werk, das er von 1857-1883 herausgab - Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preußischen Monarchie nebst den Königlichen Familien-, Haus-, Fideicommis- und Schatull-Gütern - dieselben in aufwendigen Lithographien von verschiedenen Künstlern darstellen. 960 Ansichten in 16 Bänden mit ihren Beschreibungen waren das Ergebnis dieses umfangreichen Vorhabens, das 10 peußische Provinzen umfasste. Für Schlesien ergaben sich mit 227 Darstellungen die meisten der Veduten und Beschreibungen. 

Auf unserer Exkursion, die Lomnitz und Schildau, wo wir übernachten werden, Buchwald, Rudelstadt und Warmbrunn berührt, wird uns der Vorsitzende des Vereins zur Pflege Schlesischer Kunst und Kultur (VSK), Architekt Christopher Schmidt-Münzberg begleiten.  Er setzt sich seit Jahren zusammen mit vielen anderen Engagierten für die Restaurierung der nach 1945 z.T. genutzten, z.T. aufgegebenen Schlösser und Güter des Hirschberger Tals ein.

Ein erst 2024 fertig gewordenes Beispiel ist das Schloss des Grafen von Reden, das dieser 1785 kaufte und dem er einen berühmten Park mit Staffagen anschloss. Entdeckt wurden hier Fresken früherer Epochen. Auch Schloß Rudelstadt ist erst in den letzten Jahren mit seinen Fresken wiedergewonnen worden. Die gartendenkmalpflegerischen Restaurierungsarbeiten in Lomnitz sehen sich immer wieder Naturgewalten ausgesetzt, wie sie für das Hirschberger Tal auch schon im 19. Jahrhundert bezeugt sind.

Bad Warmbrunn, durch die Grafen Schaffgotsch im 19. Jahrhundert mit seiner Heilquelle zur Blüte gebracht, interessiert wegen des dortigen gräflichen Palais, aber auch wegen der entstehenden Bäderarchitektur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.  

Elisabeth von Küster, Hausherrin in Lomnitz, Architekt Christopher Schmidt-Münzberg und Klaus-Henning von Krosigk, Landesgartenbaudirektor Berlins a.D., der sich seit Jahren darum bemüht, die einzigartige Kulturlandschaft des Hirschberger Tals auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes setzen zu lassen, werden uns mit grosser Expertise zum Thema Denkmalschutz heute in Polen am Beispiel der Kulturlandschaft des Hirschberger Tals informieren.

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Die Exkursion findet statt von Freitag 30. Oktober - Sonntag 1. November 2026. Um 08 Uhr geht es am Freitag pünktlich mit unserem Bus los vom Fehrbelliner Platz, Ecke Brandenburgische Strasse. Am Sonntag, 1. November kommen wir gegen 18 Uhr nach Berlin zurück.

Die Exkursion kostet pro Person 550 € für Busfahrt, Programm, Führungen, Eintritte,  Essen.

Die Übernachtungen incl. Frühstück sind selbst und vor Ort (gern mit Karte und in ) bei Abreise zu zahlen.

Das Einzelzimmer in Schloss Schildau, incl. Frühstück kostet für 2 Nächte ca. 176 € pro Person.

Das Doppelzimmer in Schloß Lomnitz kostet für 2 Nächte 130 € pro Person.

Bei Interesse bitte unbedingt per mail anmelden unter: mail@denk-mal-an-berlin.de oder

Tel.: 030/450 877 17.

Es sind noch Plätze frei!

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Die Darstellungen sind A. Dunckers Schlesienbänden entnommen. Sie zeigen von links nach rechts und oben nach unten:

Schloss Buchwald, Schloss Rudelstadt, Schloss Lomnitz, Schloss Schildau, Palais Schaffgotsch in Bad Warmbrunn.

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Denk mal an Berlin e.V.
Verein zur Förderung der Denkmalpflege

Geschäftsstelle
Kantstraße 106
10627 Berlin

Kristin Lanzke-Tümler

Dr. Ernst Siebel

Tel. 030-45 08 77 17
(Dienstag 10 - 16 Uhr) 

mail@denk-mal-an-berlin.de

Bankverbindung:

Deutsche Kreditbank AG
IBAN: DE85 1203 0000 0010 4347 36
BIC: BYLADEM1001
Steuernummer 27/ 663/ 58221

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