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Datum: 12.09.2026 15:00 - 17:00 Termin exportieren
Elisabeth Ziemer
/ Kategorien: Ausblick

Tag des offenen Denkmals - Jugendprojekt Schöneberg

Das Ensemble von ursprünglich 45 Eisenbahnbrücken überspannte ab den 1875er Jahren die Yorckstraße. Die immer wieder den Anforderungen entsprechend veränderten und neu hinzukommenden Brücken wiederspiegeln die jeweilige Technik der Zeit. Ursprünglich waren es Blechträgerbrücken die auf gusseisernen Säulen ruhten. Die älteste von 1875 zeigt besonders verzierte Stützen mit Schmuckringen und Kapitellen. Die Yorckbrücken waren Teil der Verkehrsverbindungen nach Potsdam, Magdeburg, Anhalt und Dresden. Der nächste Halt war bis zum 2. Weltkrieg der bedeutendste Berliner Fernbahnhof, der Anhalter Bahnhof. Von diesem aus verschleppten die Nationalsozialisten Juden und Jüdinnen in Konzentrationslager. Seit 1993 stehen die verbliebenen 33 Yorckbrücken unter Denkmalschutz. Wenige wurden inzwischen saniert und dienen als Fussgängerbrücken Richtung Gleisdreieckspark.

In diesem Projekt setzten sich Jugendliche aus zwei Schöneberger Schulen mit der Entstehung der Brücken, ihrem Ausbau, ihrer Nutzung sowie ihrer heutigen Situation als Denkmal auseinander. Vor Ort erforschten sie die Konstruktion sowie die an einigen der Brücken vorgenommenen Sanierungsarbeiten. Sie stellten fest, dass sie sich bisher mit dem Thema Denkmalschutz nicht befasst und auch Denkmale in der Stadt kaum wahrgenommen hatten. Die Brücken gaben ihnen nicht nur Auskunft über ihre technisch-künstlerische Herstellung, sondern auch über ihre Nutzung. Dass hier in der NS-Zeit Züge zum Anhalter Bahnhof und von dort weiter nach Osten gerollt waren, die Juden in Konzentrationslager deportierten, schockierte sie. Die an den Brücken gesammelten Eindrücke wurden anschließend in eigene Modelle übersetzt, wobei sich die Schüler*innen fragten: „Wie würde meine Brücke aussehen?“ Ihre Ideen skizzierten sie und setzten sie in Papiermodelle um. Durch die Verbindung von historischer Recherche, Modellbau und künstlerischer Gestaltung entwickelten die Schüler*innen einen neuen Blick auf die Yorckbrücken als Bauwerk und Erinnerungsort.

Einige Kommentare der Schüler*innen:

 „Das Besondere an diesem Workshop ist, dass man aktiv teilnimmt und nicht nur passiv zuhört.“ Juri (15)

„Ich wohne in der Nähe der Yorckbrücken und wusste schon einiges über sie. Über die Deportationen, die über diese Brücken ermöglicht wurden, wusste ich jedoch nichts.“ Emilia (14)

„Ich finde es toll, dass wir auch sehr, sehr viel selbst arbeiten konnten.“ Mathilda (15)

„Also ich denke, ein Denkmal im Allgemeinen ist einfach ein Ort, an den man sich an gute oder schlechte Zeiten erinnert.  Es sollte halt bestehen bleiben, weil die Zeit, egal ob gut oder schlecht, einfach wichtig ist und nicht vergessen werden sollte.“ Ria (15)

Die Schüler*innen stellen ihre Arbeiten vor am Samstag, 12. September um 15 Uhr im Jugendmuseum Schöneberg, Hauptstr. 40-42, 10827 Berlin. Anmeldung nicht nötig. Die Jugendlichen freuen sich über Besuch!

 

 

 

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