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Nachrichten & Rückblicke

Elisabeth Ziemer
/ Kategorien: Rückblick

Die Berliner U-Bahnhöfe von Alfred Grenander (1863-1931)

Schon wenige Jahre nach Abschluss seines Studiums und einer kurzzeitigen Beschäftigung im Büro von Paul Wallot, der gerade mit dem Bau des Reichstags beschäftigt war, machte sich Grenander selbständig, wurde 1901 Professor an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums und wurde von der Berliner Hochbahngesellschaft 1902 als ihr Architekt angeworben.

Von da an bis zu seinem Tod 1931 gestaltete er über 70 Bahnhöfe für die Gesellschaft, ein überaus reiches stilistisches Werk, das vom Jugendstil bis zur Moderne reicht. Beeindruckend ist, wie er anhand von Materialien, Licht- und Farbgestaltung die moderne Großstadtarchitektur bis heute prägt.

Bettina Güldner, die das Werk Grenanders jahrelang erforschte, gab anhand von Beispielen einen Überblick über Grenanders fein abgestimmte Farbästhetik. Sie schlug einen grossen Bogen von seiner Ausbildungszeit, in der er sich mit Kommilitonen befreundete, mit denen er auch später zusammenarbeitete, über seine Stilveränderungen, die dem Zeitgeschmack entsprachen, aber immer eine eigenwillige Sprache ausbildeten, zu den ausgefeilten, oft eleganten Ausführungen seiner U-Bahnhöfe und ihrer sehr durchdachten Eingangsbauwerke.

Bettina Güldner beeindruckte mit ihrer grossen Kenntnis des Werks von Grenander und ihrer weitgespannten Aufmerksamkeit auf historische Zeitverhältnisse, Kollegen, Verkehrspolitik und Auftragsverhältnisse. Ein spannender Abend, der mit intensiven Gesprächen der vielen Anwesenden fortgeführt wurde.

 

Fotos der U-Bahnhöfe: ©Thomas Knoll

Foto von Grenander: unbekannt, wikipedia

Fotos vom Vortrag: ©Mariia Liublianska

 

 

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