Das Märkische Viertel
Das Märkische Viertel war die erste Neubauplanung des West-Berliner Senats. Die Idee, die am Rand zur DDR im Bezirk Reinickendorf liegenden Brachflächen, Kleingärten und Notunterkünfte mit einem neuen Stadtviertel zu überbauen, kam bereits in den 1950er Jahren auf. Ein Planungsteam von drei Architekten - Werner Düttmann, Hans Christian Müller und Georg Heinrichs - legte dann 1962 die erste Konzeption für die letztendlich fast 17.000 Wohnungen mit dazugehöriger Infrastruktur vor.
Mit über 35 in- und ausländischen Architekten, darunter eine Frau - Astra Zarina - wurden die enormen Bauaufgaben realisiert. Elisabeth Kutschera prägte als Landschaftsarchitektin die Grünbereiche und bezog geschickt die vorhandenen Gewässer ein.
1964 konnten bereits die ersten Mieter einziehen, 1974 waren die Baumaßnahmen abgeschlossen. In den 2010er Jahren gab es noch Aufstockungen auf Wohngebäuden, um die Wohnungsnot in Berlin zu entspannen. Das Märkische Vietel hatte wegen seiner enormen Baumassen zunächst ein abschreckendes Image als Betonwüste. Die neu gepflanzten Bäume, die Grünflächen mussten sich erst entwickeln, um diesem Eindruck entgegenzutreten. Heute kommen die planerischen Vorstellungen der Erfinder und Erfinderinnen des Märkischen Viertels mit seinen vielfältigen Bauformen und eingewachsenen Grünarealen erst richtig zur Geltung.
Bereits in den 1980er Jahren gab es Ideen, das Märkische Viertel als Ganzes unter Denkmalschutz zu stellen. Zwar stehen inzwischen die von Werner Düttmann gebaute katholische Kirche St. Martin, die von Bodo Fleischer, Georg Lichtfuß und Stefan Polońyi erbaute Kirche mit Gemeindezentrum Am Seggeluchbecken sowie das evangelische Gemeindezentrum Apostel Johannes des Teams Neumann, Grötzebach und Plessow unter Schutz, aber dies sind nur Einzelteile der Gesamtplanung. Jan Hendrik Brinkkötter, selbst Stadtplaner, will an diese Idee wieder anknüpfen, denn er findet, dass die künstlerische Qualität des gesamten Viertels eine Unterschutzstellung rechtfertigt. Auf seinem Rundgang wird er seine Meinung begründen.
Termin: Samstag, 9. Mai 2026, 15 Uhr
Kosten: Für Mitglieder kostenlos, von Gästen erbitten wir einen Unkostenbeitrag von 15 €
Bitte anmelden: mail-denk-mal-an-berlin.de oder Tel.: 030/45 08 77 17
Foto: Pygmalion, wikipedia
Grafik: Alexrk2, wikipedia
Foto: Pygmalion, wikipedia
Foto: Lienhard Schulz, wikipedia