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ⓒ Thomas Knoll

Kavalierstr. 19/19A - Baukultur gerettet

Am 19. März 2015 erklärte der Verein Denk mal an Berlin e.V. die Kavalierstrasse 19/19A zum Besonderen Denkmal. Das Pankower Mietshaus im Besitz der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft GESOBAU ist zwar kein Denkmal, aber ein stadtbildprägendes Wohnhaus der Reformzeit von 1913. Deren besondere architektonische Qualitäten sind auch an diesem Bau vorhanden: Fassadengliederung durch Erker, Loggien und Balkone, horizontale Schmuckbänder und Stuckaturen, feingliedrige Sprossen in Kastendoppelfenstern. Im Innern befindet sich eine der ältesten zentralen Staubsaugeranlagen Berlins (Fa. Borsig), gusseiserne Heizkörper, Stuck, Schiebetüren, Parkett - eine durchweg erhaltene, hochwertige originale Ausstattung.

Die GESOBAU wollte die Fassade dämmen und die Holzkastenfenster gegen PVC-Fenster austauschen. Damit wäre an Fassade und Fenstern ein baukultureller Verlust entstanden, gegen den sich nicht nur die Mieter der Kavalierstrasse, sondern auch andere Bewohner von Häusern der GESOBAU in Pankow wehrten, für die das gleiche Vorgehen geplant war.

Aus 15 Altbauten taten sich die Mieter zum Bündnis Pankower Mieterprotest zusammen.

Auf der von uns veranstalteten Pressekonferenz wies Prof. Dr. Harald Simons von der HTWK Leipzig nach, dass Wärmedämmungen an massiven Altbauten wirtschaftlich und bauphysikalisch völliger Unsinn sind. Florian Mausbach, eh. Präsident der Bundesbaudirektion und Mitglied im Landesdenkmalrat Berlin warnte vor dem Verlust an Baukultur als Kollateralschaden der Modernisierung, Hans Timm, Geschäftsführer einer Fensterbau GmbH stellte die problemlose Aufarbeitung und die energetischen Vorteile von Kastendoppelfenstern dar, Katrin Lompscher, baupolitische Sprecherin der Linken im Abgeordnetenhaus wandte sich gegen eine Mieterhöhung durch überflüssige Modernisierungen. Sebastian Rost, Restaurator, sprach von plastifizierten Fassaden und der Verdrängung handwerklicher Kunstfertigkeit, Jascha Braun, Stadtbild-Blogger, wies auf Städte wie Paris hin, in denen Niemand auf die Idee käme, historische Fassaden mit Polystyrol zu überziehen.

Da der Senat von Berlin aufgrund der Proteste und des berlinweiten Einsatzes für die Kastendoppelfenster am 5.4.2017 mit den 6 berlineigenen Wohnungsbaugesellschaften eine Vereinbarung schloss, in der auf den "Ersatz funktionsfähiger Holzkastendoppelfenster grundsätzlich verzichtet" werden sollte, blieb auch die Kavalierstr. 19/19A weitgehend vor dem Verlust der originalen Fenster bewahrt.

2020 waren die Dachausbauten noch nicht beendet. Die Fassade war inzwischen mit einem Dämmputz versehen worden, der jedoch die Stuckbänder und -verzierungen frei ließ. Die Sprossen- und Doppelkastenfenster sind erhalten. Damit stellt sich das Haus wieder in seiner ursprünglichen Gliederung und außergewöhnlichen handwerklichen Qualität dar. Der Protest und unser Einsatz haben sich gelohnt.

Weitere Informationen:
Kommentar von Dr. Frank Seehausen, Architekturhistoriker zur Kavalierstr. 19/19A (pdf)
Presseeinladung - Wohnhaus Kavalierstr.19/19A 
Die GESOBAU kommentierte die Veranstaltung mit einer eigenen Pressemeldung
Am 20.3.2015  bloggte Stefan Liebich
Kooperationsvereinbarung zwischen Senat und landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften von 2017 (pdf)

In der Presse:
Das Neue Deutschland vom 20.3.2015
Der Tagesspiegel vom 21.3.2015
Die Berliner MieterGemeinschaft am 22.3.2015
Berliner Woche vom 26.3.2015
Die Pankower Allgemeine Zeitung vom 15.4.2015
VDGN-Journal 4-2015
Der Tagesspiegel am 19.6.2015

Hier finden Sie das Wohnhaus Kavalierstraße 19/19A

Denk mal an Berlin e.V.
Verein zur Förderung der Denkmalpflege

Geschäftsstelle
Kantstraße 106
10627 Berlin

Dr. Marion Hilliges (Geschäftsführerin)
Gwendolyn Mertz (Geschäftsführerin)
Tel. 030-45 08 77 -17 oder -18
(Montag - Freitag, 10 - 16 Uhr) 

mail@denk-mal-an-berlin.de

Bankverbindung:

Deutsche Kreditbank AG
IBAN: DE85 1203 0000 0010 4347 36
BIC: BYLADEM1001
Steuernummer 27/ 663/ 58221

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